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Erste klinische Studie für Biofrontera's Migräne Produkt [Pharma]
23 Nov 06

Medikament soll der prophylaktischen Behandlung von schwerer Migräne dienen

Die Biofrontera AG gab heute gekannt, dass die verantwortliche lokale Aufsichtsbehörde und die Ethikkommission die Genehmigung zum Test von Biofrontera's Produktkandidat BF-1 am Menschen erteilt haben. Biofrontera entwickelt BF-1 zur präventiven Behandlung von schwerer Migräne. In der klinischen Studie wird die Substanz erstmals gesunden Probanden verabreicht. Die klinische Studie wird unter der Federführung von Xeleron Inc., York, England, bei Xendo Drug Development B.V. in den Niederlanden durchgeführt. Ziel der Erprobung ist die Bestimmung der Substanzmenge, die nach Gabe von BF-1 den Blutstrom erreicht, sowie die Untersuchung der Verweildauer im Blut und der Verstoffwechslung vor der Ausscheidung. Biofrontera erwartet bei planmäßiger Rekrutierung der Probanden die ersten Ergebnisse bereits Ende des Jahres. BF-1 ist das am weitesten fortgeschrittene Produkt in Biofrontera's breitem präklinischen Portfolio von entzündungshemmenden Substanzen. Die Wirkung der Substanz beruht auf einer hochspezifischen Hemmung des 5-HT2B Rezeptors.

"Wir sind davon überzeugt, dass der nahezu ungedeckte medizinische Bedarf der Zielindikation Migräneprophylaxe sehr groß ist. Wir erwarten, dass BF-1 bei der Prävention von Migräneattacken wirksam ist ohne unerwünschte Nebenwirkungen hervorzurufen. Die Studie soll uns schnellstmöglich die für die strategische Entwicklungsplanung der Substanz benötigten Informationen liefern," kommentierte Dr. Reinhold Gahlmann, Geschäftsführer und Leiter der Entwicklungsabteilung der Biofrontera Bioscience GmbH.

Migräne ist ein anfallartig auftretender, überwiegend einseitiger Kopfschmerz, der oft mit Übelkeit und Erbrechen einhergeht. Es wird geschätzt, dass ca. 10-12% der Bevölkerung in den industrialisierten Ländern an Migräneattacken leiden, wobei eine prophylaktische Behandlung nach Einschätzung von Biofrontera für ca. 20% dieser Migränepatienten sinnvoll ist. Eine prophylaktische Behandlung ohne nennenswerte Nebenwirkung ist insbesondere für Patienten wünschenswert, deren Lebensqualität durch häufige Attacken stark eingeschränkt wird.

Weitere Infos finden sich hier.

Anmerkung von migraeneinformation.de:
Offenbar handelt es sich bei dem Medikament um einen Serotoninantagonisten, wie etwa Sandomigran. Diese Medikamente gehörten zwar schon immer zu den wirkungsstärksten prophylaktischen Migränemitteln, leider haben sie meist sehr viele Nebenwirkungen. Sandomigran (Pizotifen) führt u. a. bei den meisten Menschen zu einer erheblichen Gewichtszunahme. Der Erfolg des neuen Medikaments wird entscheidend von seinem Nebenwirkungsprofil abhängen.



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