migraeneinformation.de.


Mehr empfohlene Optionen zur Migräne-Therapie [Allgemein]
07 Dez 05

Die neue Leitlinie zur Migräne-Therapie der DMKG soll Anfang 2006 veröffentlicht werden

Die neue Leitlinie zur Migräne-Therapie, die die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) zum Jahresbeginn 2006 als Kurzversion ins Internet stellen will, erweitert die empfohlenen Therapiemöglichkeiten. Neu bzw. neu formuliert scheinen insbesondere die folgenden Aspekte zu sein:

  • Triptane sollen gleich zu Beginn einer Kopfschmerz-Attacke eingenommen werden, weil dann die Wirksamkeit am besten ist. Aber: Geht der Migräne eine Aura voraus, sollten Betroffene mit der Einnahme warten, bis die Aura abgeklungen ist.
  • Einige Analgetika wurden neu bewertet und es wurde die Liste der Medikamente zur Prophylaxe ergänzt (z. B. um Topamax Migräne©). Bei leichten Migräneattacken sind ASS, Ibuprofen, Diclofenac-K und Paracetamol gemäß der Leitlinie nach wie vor Mittel der ersten Wahl. Nach einer neuen Studie ist die Kombination ASS, Paracetamol und Koffein (Thomapyrin©) wirksamer als die Kombination ohne Koffein und wirksamer als die Einzelsubstanzen.
  • Erstmals wird psychologisch-verhaltensmedizinischen Verfahren bescheinigt, dass sie in der Prophylaxe genauso wirksam wie medikamentöse Therapien sind. Für Patienten werden jetzt auch außer Medikamenten verhaltenstherapeutische Strategien wie Biofeedback, progressive Muskelentspannung nach Jacobsen oder kognitives Schmerzbewältigungstraining empfohlen.
  • Um einen medikamenteninduzierten Kopfschmerz zu vermeiden, sollten Schmerz- und Migränemittel höchstens an zehn Tagen pro Monat und maximal drei Tage hintereinander eingenommen werden.

Weitere Infos finden sich in der Ärzte-Zeitung.

Anmerkung von migraeneinformation.de:
Die meisten Punkte werden für Internet-erfahrene Migräniker nichts Neues darstellen, da sich neue Erkenntnisse meist längst herumsprechen und auch in der Praxis umgesetzt werden, bevor sie Eingang in offizielle Leitlinien finden.

Einige Empfehlungen stehen möglicherweise im Widerspruch zu anderen häufig genannten Empfehlungen. Beispielsweise bekommen viele Frauen rund um die Menstruation Attacken, die insgesamt länger als 3 Tage andauern können. Solchen Patientinnen wird gelegentlich eine Schmerzmittelprophylaxe empfohlen, die schon etwas früher beginnt. Dabei ist es leicht möglich, dass an 5 - 7 Tagen hohe Dosen an Schmerzmitteln einzunehmen sind, was der Empfehlung widerspricht, Schmerzmittel nicht länger als 3 Tage hintereinander zu nehmen.

Auffällig ist aber erneut, dass - anders als etwa bei Diabetes - Lebensstilfragen für die Kopfschmerzmedizin keine Rolle zu spielen scheinen, weder für Kinder, Erwachsene noch Schwangere und Stillende. Aus diesem Grund werden sich neben den offiziellen medizinischen Empfehlungen weiterhin alternative Strategien (z. T. im Internet) etablieren.




Kommentare (0)