Herzoperationen (MIST).

 


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Patent Foramen Ovale (PFO)

Migraine Intervention with STARFlex® Technology (MIST)


Patent Foramen Ovale (PFO)


Bei dem sog. Patent Foramen Ovale (PFO = offenes Foramen ovale, Loch in Herzscheidewand, Atriumseptumdefekt) handelt es sich um ein kleines Loch im Herzen, wodurch sauerstoffärmeres, nicht von der Lunge versorgtes Blut in das Gehirn dringen kann.

Die einfachste Form eines Atriumseptumdefektes ist das persistierende Foramen ovale. Das Foramen ovale ist eine türartige Verbindung zwischen den Herzvorkammern, die im vorgeburtlichen Kreislauf den Blutübertritt von rechts (Lungenkreislauf) nach links (Körperkreislauf) zulässt. Da die Lunge noch nicht belüftet ist und somit auch noch nicht relevant durchblutet wird, fließt das Blut über das Foramen ovale in die linke Vorkammer und durch den Ductus arteriosus (oder auch D. a. Botalli) aus der Lungenschlagader in die Aorta.

Das Foramen ovale verschließt sich normalerweise in den ersten Lebenstagen oder -wochen. Geschieht dies nicht, spricht man von einem persistierenden (anhaltenden, andauernden) Foramen ovale (PFO). Mit Hilfe der Farbdopplerechokardiographie (Ultraschall) lässt sich dann ein geringer Blutfluss durch diese Öffnung nachweisen. Die meisten Menschen mit diesem kleinen Herzfehler sind nicht beeinträchtigt und merken davon ihr Leben lang nichts.

Die statistische Auswertung pathologischer Untersuchungen an Verstorbenen ergab, dass im Durchschnitt bei 27% der erwachsenen Bevölkerung Mitteleuropas das Foramen ovale nicht oder nicht vollständig geschlossen ist, d. h. diese über ein persistierendes Foramen ovale (PFO) verfügen. Das Vorkommen des PFO kann also als häufig bezeichnet werden.

In verschiedenen Studien konnte ein Zusammenhang zwischen PFO und Migräne belegt werden. Dabei zeigte sich u. a., dass Betroffene mit Aura-Migräne möglicherweise stärker von der Operation profitieren können.

Auf Basis der Ähnlichkeiten zwischen der neurologischen Symptomatik einer Migräneaura und kurzzeitigen Hirn-Minderdurchblutungereignissen entstanden einige Studien, die die Häufigkeit eines offenen Foramen ovale bei Migränikern mit einer Aurasymptomatik untersuchten. Mittels Echokardiographie wurde bei Patienten mit Auramigräne eine PFO-Häufigkeit von nahezu 50% gefunden.



Migraine Intervention with STARFlex® Technology (MIST)


In Großbritannien läuft zur Zeit eine Untersuchung unter dem Namen MIST (Migraine Intervention with STARFlex® Technology), um die Wirkung einer Herzoperation gegen PFO auf Migräne zu verfizieren, da die bisherigen Untersuchungen sich hauptsächlich auf Schlaganfälle und Probleme bei Tauchern konzentrierten bzw. retrospektiv waren, und dabei nebenbei zeigten, dass eine Verbindung zwischen PFO und Migräne zu bestehen scheint.