Sport.

 


Inhaltsübersicht



Ausdauersport als Migräneprophylaxe

Alltagssport als Migräneprophylaxe

Migräne und Krafttraining


Ausdauersport als Migräneprophylaxe


Leichter Ausdauersport kann nachweislich eine positive Wirkung auf Migräne haben.

Sport kann eine stabilisierende Wirkung auf die Hormonlage haben, die Sauerstoffaufnahme verbessern und allgemein die Konstitution des Betroffenen verbessern. Ferner kann Sport dafür sorgen, dass überschüssige, mit der Nahrung aufgenommene Kohlenhydrate verbraucht und die Fettspeicher mobilisiert werden. Auf diese Punkte wird im Abschnitt Stress näher eingegangen.

Aus all diesen Gründen kann Ausdauersport eine sehr wichtige Lebensstilmaßnahme zur Verbesserung einer Migräne sein.

Allerdings sollten Migränepatienten mit Vorsicht an das Thema herangehen: Jedes Zuviel, jede Erschöpfung, jede dadurch ausgelöste Unterzuckerung kann zu Migräneattacken führen. Deshalb sollten die Leichtigkeit und der Spaßfaktor stets im Vordergrund stehen, gegebenenfalls sind leichtere Sportarten wie Nordic Walking oder Schwimmen vorzuziehen.


Alltagssport als Migräneprophylaxe


Eine sinnvolle Maßnahme kann auch Alltagssport sein. Hierbei handelt es sich um einen zeitweiligen bewussten Verzicht auf einige Bequemlichkeiten des Alltagslebens und weitere Aktivitäten.

Beispiele sind:

  • Treppe statt Rolltreppe oder Fahrstuhl nutzen.
  • Ein Stück zu Fuß gehen statt das Auto zu benutzen.
  • Mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren.
  • Das Handtuch nach dem Abtrocknen kräftig auswringen.
  • Auf den Zehenspitzen oder mal auf der Ferse durch die Wohnung gehen.
  • Zu einem Musikstück tanzen.
  • Mit den Kindern oder dem Hund herumtollen.
  • Sex.

Untersuchungen haben ergeben, dass sich auf diese Weise eine sehr hohe Fitness erreichen lässt (Morehouse, Laurence E. und Gross, Leonard: Fitness für Faule - Das weltraumgetestete Gesundheitsprogramm, 1980).



Migräne und Krafttraining


Der Sportmediziner Kurt Moosburger führt in einem Interview zu den körperlichen Wirkungen von Kraftsport aus:

"Am effizientesten lassen sich Fettpölsterchen mit Krafttraining abbauen. Umso mehr ist es verwunderlich, dass fast immer nur von einem Ausdauertraining, noch dazu von einem “Training mit Fettverbrennungspuls“ gesprochen wird, wenn es um ein “Abspecken“ geht. Dass Krafttraining, bezogen auf den Zeitaufwand, effektiver ist, ist nicht nur seit 20 Jahren durch wissenschaftliche Studien nachgewiesen, sondern zeigt sich auch im Trainingsalltag. Hier kommt vor allem der “Nachbrenneffekt“ zur Geltung, d.h. die Muskulatur verbrennt nach dem Training noch viele Stunden lang mehr Fett als sonst. Wer seine Figur “verbessern“ will, sprich seinen Body “stylen“ oder “straffen“ will - zwei Begriffe, die vor allem von Damen gern verwendet werden -, kommt um ein Ganzkörper-Krafttraining nicht herum. Aber es muss ausreichend intensiv sein - ein “homöopathisches Damentraining“ mit einerseits zu geringen Widerständen, sprich unzureichender Intensität und unnötigen, da ineffektiven Übungen andererseits, wie man es immer wieder in Fitnessstudios beobachten kann, bringt nichts - weder für die Kraft, noch für die Figur."

Dieser von ihm erwähnte und für die Fettverbrennung sicherlich günstige "Nachbrenneffekt" des Krafttrainings kann sich bei Migräne aber als ausgesprochen ungünstig erweisen, da damit der Gesamt-Energieverbrauch nachhaltig weiter erhöht wird und der/die Betroffene noch leichter in Energiekrisen geraten kann, unter denen speziell das Gehirn erheblich in Mitleidenschaft gezogen werden und mit Migräneattacken reagieren kann.

Medikamente zur Migräneprophylaxe führen in der Regel zu einer signifikanten Gewichtszunahme, was nichts anderes heißt, als dass dem Körper mehr Energie zur Verfügung steht als verbraucht wird. Die bei Migräne hochwirksamen Betablocker senken sogar nachweislich den Gesamtenergieverbrauch des Körpers und tragen auch über diese Eigenschaft dazu bei, dass das Gehirn weniger häufig in Energiekrisen gerät. Eine langfristige Zunahme des Gesamtenergieverbrauchs (z. B. durch Krafttraining) bei unverändertem Ernährungsverhalten scheint deshalb bei Migräne wenig ratsam zu sein.