Vagusnervstimulation.

 


Anwendung bei Migräne und Clusterkopfschmerz


Der Nervus vagus (kurz Vagus) ist der zehnte (X.) Hirnnerv. Er ist der größte Nerv des Parasympathikus - des Gegenläufers des Sympathikus - und an der Regulation der Tätigkeit fast aller inneren Organe beteiligt. Er verläuft vom Gehirn durch den Hals bis hin zu den inneren Organen.

Die Vagusnervstimulation wird bereits seit vielen Jahren bei der Behandlung von Erkrankungen wie Epilepsie und Depressionen eingesetzt. Dazu werden spezielle Geräte angeboten und beworben.

Studiendaten deuten darauf hin, dass die Vagusstimulation auch bei Migräne und Clusterkopfschmerz wirksam sein könnte. Der eigentliche Wirkmechanismus konnte bislang nicht vollständig aufgeklärt werden, allerdings besteht der Verdacht, dass die bei der Stimulation an das Gehirn gesendeten Daten zu einer Verringerung der Ausschüttung des Neurotransmitters Glutamat (dessen Aktivität mit Epilepsie und Migräne in Verbindung gebracht wird) führen könnten.

Auch zur Vagusstimulation bei Kopfschmerzerkrankungen werden spezielle Geräte angeboten und beworben.

Die Behandlung erfolgt nichtinvasiv. Sie lässt sich leicht in den Alltag integrieren. Konkret sieht sie so aus, dass zunächst ein leitfähiges Gel auf die Stimulationsoberflächen des Geräts aufgetragen wird. Anschließend wird es an den Hals angelegt. Über ein Daumenrad wird die Stimulationsstärke so lange gesteigert, bis der Anwender eine moderate Muskelkontraktion unter der Haut verspürt. Die Dauer einer einzelnen Behandlung beträgt weniger als zwei Minuten.

Üblicherweise werden die Geräte zur Prophylaxe eingesetzt. Allerdings sollen sich (gelegentlich) auch Erfolge bei akuten Attacken erzielen lassen.